Tag 8 - Manta Point

Drucken
Kategorie: Bali 2011
Veröffentlichungsdatum Geschrieben von Christian

05:50 Uhr klingelt der Wecker. Aufstehen, frisch machen, Sachen packen und zur benachbarten Tauchbasis schleppen. So begann der heutige Tag.

Um kurz nach halb sieben saßen wir dann im Restaurant, das zur Tauchbasis Ocean Sun gehört und es gab erst Mal ein leckeres Frühstück. Frisch gebackene Brötchen, Butter und Marmelade - bisher gab's auf Bali übrigens ausschließlich Erdbeermarmelade. Keine Ahnung, ob's hier keine andere gibt.

Gegen viertel nach Sieben ging's dann los. Alles ohne Streß. 1 1/2 Stunden Fahrt mit dem Minibus nach Padang Bai, von wo das Speedboot starten sollte. Vor der Abfahrt haben Bine und ich uns sicherheitshalber noch eine Tablette gegen Seekrankheit eingeworfen, da die Fahrt sehr heftig werden sollte. Und in Padang Bai gab's endlich mal Sandstrand :-)

Speedboot zum Manta Point

Wir waren inkl. Guide acht Personen, die mit dem Speedboot rausgefahren sind. Platz wäre auf dem Boot für max. 10 Taucher gewesen.

Die Überfahrt war die ersten 30 Minuten eher ruhig. Kurze, harte Wellen, nichts, was den Magen in Wallung bringt. Aber dann kam die Durchfahrt durch einen ca. 500m breiten Kanal zwischen zwei Inseln und da wurde es eklig. Langezogene Wellen, nichts für den Magen.

Der Weg zum Manta Point

Bei mir wirkte die Tablette gegen Seekrankheit scheinbar gut, denn mir ging es prächtig. Bei Bine sah das leider etwas anders aus. Übergeben musste sie sich zwar nicht, aber die Wellen haben trotzdem ihre Wirkung nicht verfehlt.

Zwei Plätze, an denen Mantas üblicherweise zu sehen sind, wurden angesteuert. Ohne Erfolg. Also ging es weiter zum tatsächlichen Manta Point. Die Kulisse auf dem Weg dorthin war schon wirklich atemberaubend. Wellen peitschen an die steilen Klippen und erzeugen meterhohe Gischtfontänen.

Kulisse auf dem Weg zum Manta Point

Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir dann am Manta Point an. Ein Boot lag dort bereits, daher war die einhellige Meinung: Hier müssen sie sein.

Anziehen, rein ins Wasser, Gerät reinlegen und abtauchen. Leicht wellig, aber keine Strömung. Aber saukalt. Abtauchen über Sand (ca. 15 - 20 Meter Maximaltiefe) und rübertauchen in die Bucht. Dort finden sich dann verschiedenste Korallen und eine abwechselnde Links-/Rechts-Strömung auf jeder Tiefe. D.h. Du wirst erst fünf Meter nach rechts (oder vorn, je nach eigener Tauchrichtung :-) ) geschoben und dann wieder fünf Meter nach links. Und das permanent und durchgehend. Dazu viele Sedimente im Wasser und eine Sicht von, naja, 10 - 20 Metern und gefühlt bitter, bitter kalt (24°C).

Rochenversammlung

Als erstes entdeckten wir eine Ansammlung von Blaupunkt-Stachelrochen und Bine dachte "Das sollen doch wohl nicht die Mantas sein, von denen Ben (ein Guide) gesprochen hat? Dafür habe ich mir die Überfahrt angetan?". Und zunächst schien es auch so, als sollte das alles sein, was wir dort zu sehen bekommen.

Nach 20 Minuten ein kleines Highlight, ein Ammenhai läßt sich blicken und schwimmt dicht unter uns lang.

Ammenhai am Manta Point

Dann weitere 15 bis 20 Minuten nichts... durchschaukeln lassen auf 5 - 9 Meter, "Löcher in die Luft starren" oder besser gesagt: Ständig Ausschau halten, vielleicht läßt sich ja doch noch ein Manta blicken.

Für Bine war das Geschaukel echt nix, wie ich an ihrem Luftverbrauch merkte. Normalerweise hat sie 10 bis 20 bar mehr im Tank als ich, aber dieses Mal war sie nach 30 Minuten auf 100 bar runter und ich lag noch bei 140 bar. Auf Grund der geringen Tiefe des Tauchgangs aus meiner Sicht auch kein Problem.

Und dann, nach 40 Minuten Tauchzeit, endlich, endlich, der erste Manta taucht auf!

Manta Rochen am Manta Point

Es ist doch immer wieder faszinierend zu sehen, wie elegant sich diese Tiere durch's Wasser bewegen und das Ihnen Strömung oder ähnliches überhaupt nichts auszumachen scheint.

Manta Rochen am Manta Point

Wenn sie wollen, stehen sie hier an der Putzerstation auf der Stelle, scheinbar ohne auch nur die breiten Schwingen zu bewegen.

Manta Rochen am Manta Point

Bine hat leider nicht ganz so viel davon, weil sie sich ein wenig Sorgen um ihren Luftverbrauch gemacht hat, daher vermied sie Anstregungen und war den Mantas nur langsam hinterhergetaucht.

Nach 68 Minuten setzte der Guide dann die Boje und es ging zum Auftauchen (Sicherheitsstop hatten wir bereits während des Tauchgangs erledigt).

Just in dem Moment, alle anderen waren bereits an der Oberfläche Richtung Boot unterwegs, tauchte dann noch direkt neben mir ein Manta auf und ist eine halbe Minute dicht neben mir geschwommen. So dicht, dass er die Schwingen nicht komplett ausbreiten konnte, ohne dass er mich getroffen hätte. Cooooooool. Leider vergaß ich vor lauter Aufregung Bilder zu machen :-(

Anschließend ging es an einen anderen Tauchplatz. Bevor's wieder ins Wasser ging gab's aber erst Mal Lunchpakete. Gut gemacht, echt lecker. Nach zwei "After Lunch Zigaretten" ging es dann los, dieses Mal war ein Drift-Tauchgang angesagt. Alle Mann (und Frau) ins Wasser, ran an die Strömungsleine und dann gemeinsamer Abstieg. 20 Minuten hatten wir uns mit der Strömung mittreiben lassen, als uns plötzlich an der Steilwand eine Strömung erfasste, die uns von der Wand weg und nach unten zog. Das war nur bedingt lustig und wir machten den Fehler, nicht von der Wand wegzutauchen, sondern dem indonesischen Guide in Richtung Wand zu folgen, gegen die Strömung.

Strömung, die einen wegzieht, Luftverbrauch wegen der Anstregung hoch, nix zum Schauen, weil die Strömung einen nicht läßt und auch noch ich, der beruhigend auf sie einwirken wollte. Das war zuviel des Guten. Da dachte Bine nur noch "Hoffentlich ist der Tauchgang bald vorbei".

Ben, der zweite Guide (oder zumindest Wissende), ließ sich mit drei weiteren weiterhin ca. 30 Meter von der Wand entfernt entspannt von der Strömung mitziehen. Und dann waren sie auch schon alle außer Sicht.

Unser indonesischer Guide wirkte etwas hektisch und verzweifelt, weil die anderen weg waren. Naja, die waren halt vorbei getrieben. Wir sind dann teils gegen teils mit der Strömung auf ca. 5 Meter bisschen hier hin, bisschen da hin und versuchten einen Strömungsschatten zu finden. Vergeblich. Nach 43 Minuten setze der Guide dann die Boje und wir tauchten auf. Das Boot war ca. 100 Meter von uns entfernt, die anderen Taucher nicht zu sehen. Der Guide signalisierte mir vier Finger und schaute fragend. Ich war überzeugt und sagte "on the boat". Und so war's dann auch.

Die weitere Rückfahrt nach Padang Bai war unspektakulär. Nach der ganzen Anstrengung gab's im Hafen von Padang Bai dann erst Mal ein Eis :-)

Ich würde die Tour glatt noch Mal machen, Bine nicht. Aber vielleicht läßt sie sich ja noch überzeugen, nachdem sie jetzt ja weiß, was auf sie zukommt.....

Buy cheap web hosting service where fatcow web hosting review will give you advices and please read bluehost review for more hosting information.

© 2011 Christian Schulz • Impressum • Kontakt

Free Joomla Templates designed by Web Hosting Top